Konstruktion Rot-Oliv II

Größe100,5 x 81,3 cm

Beeinflusst vom Konstruktivismus entsteht ab 1924 eine neue Reihe von Arbeiten: die Maschinenbilder. Baumeister hat ein ausgeprägtes Gespür für die Welt, in der er lebt; der technische Fortschritt in Form der Maschine ist für ihn nichts Erschreckendes, sondern fasziniert ihn.
Der Titel des Werks »Konstruktion Rot-Oliv« gibt Auskunft über den bildnerischen Aufbau. Kennzeichnend für die gesamte Werkgruppe sind die regelmäßig begrenzten rechteckigen, gerundeten, welligen, kreis- oder halbkreisartigen Formteile, in denen organische Motive aufscheinen. Trotz der Abstraktion ist eine menschliche Figur erkennbar: Kopf, Schulter, Unter- und Oberarme, Hüfte und Beine. Die geschwungene Linie rechts im Bild deutet die Silhouette an. Lilafarbene organisch wirkende Wölkchen durchbrechen die geometrischen Formen. Der Farbklang ist komplementär: Oliv zu Rot, Gelb zu Lila, Schwarz zu Weiß.
Geprägt durch seinen Sinn für das Menschliche und gleichzeitig für abstrakte Strukturen wird Baumeisters Malerei trotz verbleibender figürlicher Motive immer geometrischer. Mit großer Energie studiert er die Fläche, die Verschiebung der Achsen, die Möglichkeiten des illusionistischen Raums sowie die Einbeziehung des Menschen in den abstrakten Bildaufbau.
Für Baumeister gibt es im Bild keine wesentlichen Unterschiede zwischen Maschine und Mensch. Er sieht in die Formen der Maschinen Körperliches hinein: Scheiben werden zu Köpfen, Kolben zu Armen.

Werkdaten
Inventarnummer: BB-361
Material / Technik: Öl auf Leinwand
Creditline: Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021 / Foto: Reinhard Truckenmüller, Stuttgart
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