deckende Malerei mit Farben, deren Bindemittel für die Pigmente aus einer Wasser-Öl-Emulsion bestehen. Am bekanntesten ist die Eitempera, bei der Eier oder nur ihr Eigelb anstelle des Wasseranteils verwendet werden, aber auch die Kaseintempera, bei der das Milcheiweiß als wässrige Komponente zugefügt wird. Als Öle kommen überwiegend Lein-, Mohn- oder Walnussöl zum Einsatz. Temperafarben trocknen schnell und haben nach der Trocknung ein mattes Erscheinungsbild, sofern kein Firnis (= ölhaltige Schutzschicht) angewendet wird. Die Temperamalerei ist eine der ältesten Maltechniken. Bereits die ägyptischen Mumienporträts sind in Tempera ausgeführt. Ihren Höhepunkt erlebt die Temperamalerei im europäischen Mittelalter ab Mitte des 13. Jahrhunderts in der Tafelmalerei (= Malerei auf Holz). Im Laufe des 15. Jahrhunderts verliert sie durch die neue Maltechnik der Ölmalerei an Bedeutung, kommt aber mit dieser immer wieder in Kombination zum Einsatz. Im 17. Jahrhundert wird sie fast ganz von der Ölmalerei verdrängt