Uwe Lausen
Uwe Lausen beginnt zunächst ein Jura- und Philosophiestudium in Tübingen und München. Ab 1961 widmet er sich jedoch als Autodidakt seinem künstlerischen Schaffen. Er gründet die Literaturzeitschrift »ludus« und gelangt so ins Umfeld der Künstlergruppe »SPUR«. Bis zu seinem Tod 1970 entsteht ein dichtes Gesamtwerk aus Malereien und Collagen, Arbeiten auf Papier, Musik- sowie Schriftstücken. Wichtige Arbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Fotografin Heide Stolz.
Lausens künstlerisches Schaffen ist geprägt durch rasante Entwicklungssprünge sowie diverse Inspirationsquellen – vom abstrakten Expressionismus, der »art brut«, dem Surrealismus und Hyperrealismus, über den Nouveau Réalisme bis hin zur Pop Art. Innerhalb kurzer Zeit erschließt er sich alle wesentlichen malerischen Strömungen der 1960er-Jahre. Er vermengt sie zu einer neuen, eigenen Bildsprache. Thematisch stehen die Konstruktion von Räumen im Bild und seit Mitte der 1960er-Jahre Gewalt und gesellschaftspolitische Themen im Fokus. Sein Spätwerk ist weitaus reduzierter. Unter dem Eindruck US-amerikanischer Pop Art befasst er sich mit Alltagsgegenständen wie Rohren, Waschbecken und Flüssigkeiten. Ab 1969 verstärken sich Lausens psychische Probleme und sein Drogenkonsum. Mit 29 Jahren beendet er sein Leben im Haus der Eltern bei Stuttgart.