Thomas P. Kausel

Geboren:
1937, Berlin, Deutschland
Im malerischen Werk von Thomas P. Kausel steht die Farbe selbst im Blickfeld der Betrachtung. Kausel befasst sich dazu intensiv mit den Eigenschaften von Farbpigmenten. Dabei orientiert er sich an dem seit 1924 vorliegenden international gültigen Nachschlagewerk »Colour Index« für die Pigment- und Farbstoffchemie. Aus den dort aufgeführten Farbmitteln verwendet er etwa 150 Pigmente, die die größte Lichtechtheit aufweisen. In der Regel benutzt er sie unvermischt. Die im »Colour Index« genannten Fachbezeichnungen der jeweils von ihm in einem Werk benutzten Farbstoffe fließen zugleich in die Bildkomposition mit ein. Diese Bezeichnungen, bestehend aus einer Buchstaben- und einer Ziffernfolge, sind zu einem Erkennungsmerkmal von Kausels Bildschöpfungen geworden. Kausel ist in den 1960er-Jahren zunächst als Fotograf und Kameramann tätig, bevor er sich der Malerei zuwendet. In die freie künstlerische Arbeit steigt er als Autodidakt ein. Er bildet sich als Privatschüler und Teilnehmer der Kurse an der Salzburger Sommerakademie für Bildende Kunst weiter. Anfangs malt er gegenständlich, bis er schließlich in den 1990er-Jahren die konkrete Malerei für sich entdeckt.