Thomas Grünfeld

Geboren:
1956, Opladen, Deutschland
Die künstlerische Arbeit von Thomas Grünfeld bewegt sich an der Schnittstelle von Malerei und Bildhauerei. Sie lässt sich in drei zentrale Werkgruppen gliedern. Bekannt geworden ist er durch seine »misfits« (dt.: »Außenseiter, Sonderlinge«), die ab Ende der 1980er-Jahre entstehen. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Tierpräparate, die Grünfeld zu Mischwesen zusammensetzt. So wirft er Fragen nach Natürlichkeit und Künstlichkeit, echter und manipulierter Natur auf. Bei der Gestaltung bezieht er sich auch auf Darstellungen solcher Fabelwesen in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunst. Eine weitere Werkgruppe umfasst Wandobjekte, die wie Möbel aussehen. Mit ihnen thematisiert er die gestalterisch fließenden Grenzen zwischen einem Gebrauchsgegenstand und einem Kunstwerk. Mit Arbeiten aus Filz und Gummi schließlich untersucht er die Materialität von Oberflächen und ihre Wirkung im Raum. Grünfelds Kunstwerke fordern dazu auf, unsere gesellschaftlich und kulturell geprägte Sicht der Dinge zu überprüfen und zu hinterfragen. So weist er auf den Unterschied hin zwischen dem, was wir zu sehen glauben, und dem, was uns tatsächlich gegenübersteht. Seinen Ansatz, verschiedene Fachbereiche miteinander zu verknüpfen, entwickelt Grünfeld in der künstlerischen Ausbildung. Von 1978 bis 1983 studiert er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Malerei. Die Eigenschaften der Malerei wie die Täuschung der Augen oder die Konstruktion von Realität überträgt er schon bald in den Bereich der Objektkunst. Seit 2004 lehrt er als Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf.