Peter Dreher
In seiner Malerei verfolgt Peter Dreher einen Ansatz der fortwährenden Übung und Wiederholung. In tiefer Versenkung spürt er so dem Wesen der Malerei mit Ölfarbe auf Leinwand nach.
Dem Arbeiten in Serien, für das Dreher bekannt ist, geht eine lange Phase des künstlerischen Experimentierens voraus. Von 1950 bis 1956 studiert er an der Karlsruher Akademie der Bildenden Künste bei Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger und Erich Heckel. Ihr unterschiedlicher Malstil und ihre Bildsprache geben Dreher wichtige Impulse. So befasst er sich in den 1960er-Jahren in seinen Werken mit der Wirkung von Farbe und dem Farbauftrag auf dem Bildträger. Doch nach und nach werden die Bildformate kleiner und die Themenbereiche stärker eingegrenzt. Ab den frühen 1970er-Jahren arbeitet Dreher überwiegend in Serien. Sie sind offen angelegt, sodass sie zumindest theoretisch beliebig lang erweitert werden könnten. Seine Themen sind Landschaften, der Himmel sowie Stillleben. Besonders bekannt ist seine Serie »Tag um Tag ist guter Tag«. Sie soll eigentlich nur fünf bis sechs Gemälde umfassen, doch an seinem Lebensende ist sie auf weit mehr als 5000 Werke angewachsen. Auf jedem zeigt Dreher dasselbe Glas in der immer gleichen nüchternen Umgebung. Diese starke Beschränkung auf das Motiv zwingt ihn zum genauen Hinsehen und exakten Arbeiten. Auch wenn er Veränderungsprozesse wie etwa eine verwelkende Blume über einen langen Zeitraum im immer gleichen Glas festhält, muss er mit höchster Konzentration vorgehen. Die Motive als solche sind zumeist ohne Bedeutung. Sie liefern lediglich einen Anlass zum Malen.
Weite Teile des Werks entstehen neben Drehers Lehrtätigkeit. Von 1968 bis 1997 unterrichtet er die Malereiklasse der Außenstelle der Karlsruher Akademie in Freiburg. In der Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart befinden sich insgesamt zehn der fotorealistischen Gemälde vom März 1985 aus der »Tag um Tag ist ein guter Tag«-Serie.