Patrick Angus
Patrick Angus gehört zu den wichtigsten Porträtisten der US-amerikanischen Queer Culture der 1970er- und 1980er-Jahre. In Kalifornien geboren und künstlerisch ausgebildet, zieht er Anfang der 1980er-Jahre nach New York. Eine Stelle im Museum of Modern Art ermöglicht es ihm, seinen Lebensunterhalt als Maler und Zeichner zu bestreiten.
Inhaltlich werden die oft halblegalen Clubs der schwulen Szene, wie das Gaiety Theatre am Times Square, zu Angus‘ wichtigsten Motivgebern, er malt Portraits, Tänzer in den Clubs, Kinos, sexuelle Szenen, aber auch Landschaften und Interieurs. Für seine Darstellungen wählt er starke, leuchtende Farben und entwickelt einen rauen, expressiven Realismus. Viele seiner Motive spielen mit dem sexuell Expliziten, beinahe Pornografischen. Angus interessiert sich im Kern aber für die Einsamkeit seiner Figuren, für ihre Menschlichkeit. Grundbedürfnisse nach Liebe und Intimität stellt er als Sehnsüchte dar.
Angus stirbt mit nur 38 Jahren an den Folgen einer HIV-Infektion. Kurz vor seinem Tod nimmt die Kunstszene erstmals größere Notiz von ihm, bis dahin sind seine künstlerische Qualität und Relevanz weitgehend unbeachtet geblieben. 2017/2018 widmet das Kunstmuseum Stuttgart Angus die bis dahin größte monografische Ausstellung seines vielschichtigen Werkes. Im Rahmen der Ausstellung werden drei von Angus' Gemälde für das Kunstmusem erworben.