Jakob Grünenwald

Geboren:
1821, Bünzwangen, Deutschland
Gestorben:
1896, Stuttgart, Deutschland
Jakob Grünenwald gehört zu den gegenwärtig weitgehend in Vergessenheit geratenen Malern des späten 19. Jahrhunderts. Er ist vor allem für seine erzählenden, mitunter dramatischen Bildkompositionen bekannt. Seine künstlerische Ausbildung erhält er ab 1840 an der Königlichen Stuttgarter Kunstschule. 1853 wechselt er wie viele schwäbische Künstler nach München und verfeinert sein Verständnis von Historienszenen, Genrebildern und religiösen Motiven im Umfeld des schon zu Lebzeiten berühmten Historienmalers Carl Theodor Piloty. 1863 erhält Grünenwald den Auftrag für ein Wandgemälde im Bayerischen Nationalmuseum. Sein Hauptwerk »Nach dem Hagelschlag« wird 1867 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt. Dieses Gemälde steht stellvertretend für Grünenwalds Bilder der 1860er- und 1870er-Jahre. Sie zeigen häufig Gruppen von vielen Personen in ihrer ländlichen Umgebung während oder unmittelbar nach einem einschneidenden Ereignis. Dies setzt er effektvoll und erzählerisch in Szene. Anders als viele schwäbische Kollegen in München kehrt Grünenwald 1877 wieder nach Stuttgart zurück und wird Akademieprofessor. Künstler wie Christian Adam Landenberger, Otto Reiniger oder Hermann Pleuer durchlaufen seine Zeichenklasse. Die eigene Bildproduktion tritt mit der Professur in den Hintergrund. Der Schwerpunkt liegt auf Entwürfen für sakrale Bildprogramme.