Ina Weber

Geboren:
1964, Diez a.d. Lahn, Deutschland
Die Bildhauerin Ina Weber hat die städtische Architektur zum Thema ihrer künstlerischen Arbeit gemacht. Dort sieht sie die moderne Alltagswelt verkörpert, etwa in Form von öffentlichen Gebäude, Wohnblocks, Supermärkten, Tankstellen, den Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel oder Abschnitten von Fußgängerzonen. Weber dokumentiert sie zunächst in fotografischen oder gezeichneten Skizzen. Dabei isoliert sie einzelne Bauten aus ihrem Umfeld und erschafft diese in verkleinertem Maßstab als Architekturplastiken. Dabei handelt es sich weder um wirklichkeitsgetreue Nachbauten noch um Modelle für Zukünftiges. Allein der Typus der jeweiligen Architektur bleibt eindeutig erkennbar. Die verkleinerte und vom Alltagstrubel entkoppelte, menschenleere Darstellung bewirkt eine veränderte Wahrnehmungsweise auf Seiten der Betrachter:innen. Diese ermöglicht, sich über die Trostlosigkeit einerseits und die verborgene Schönheit der entsprechenden Gebäude als Sinnbilder für modernen Komfort andererseits bewusst zu werden. Ina Weber studiert von 1989 bis 1994 an der Gesamthochschule Kassel, unter anderem bei Martin Kippenberger. Seit 2016 unterrichtet sie selbst an der Universität der Künste in Berlin.