Hans Brühlmann
Hans Brühlmanns Leben ist kurz und von einer tiefgreifenden Schwere durchzogen. Seine Kindheit in der Schweiz ist durch häufige Krankheit geprägt, eine Typhusinfektion im Alter von zehn Jahren überlebt er nur knapp. Diese Nahtoderfahrung verarbeitet er in seiner ersten Zeichnung. Nach der Schulzeit gelangt Brühlmann über verschiedene Stationen an die Königliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Dort kommt er als Meisterschüler Adolf Hölzels mit dessen neuartiger Kompositionslehre in Kontakt, die sich durch eine innovative Farbenlehre und die Abstraktion der Bildgegenstände von Naturalismus und Impressionismus abwendet. Hierdurch erfährt Brühlmanns Schaffen, das sich in der Umbruchsphase zur Klassischen Moderne vollzieht, eine entscheidende Wendung. Die Begegnung mit den Werken Paul Cézannes während Brühlmanns Parisaufenthalt 1908 führt zur endgültigen Neuausrichtung seiner Kunst zugunsten moderner Tendenzen. Der hieraus entstehende Schaffensauftrieb mündet in mehreren Ausstellungen im Folgejahr. Am Ende desselben Jahres bricht bei ihm eine Syphilis-Erkrankung aus, die er sich vermutlich 1903 zugezogen hat. 1910 und 1911 folgen mehrere Krankenhausaufenthalte. Nach einem besonders schweren Krankheitsschub kehrt Brühlmann Ende 1911 nach Stuttgart zurück und nimmt sich am 29. September in seinem Atelier das Leben.