Gudrun Piper

Geboren:
1917, Kobe, Japan
Gestorben:
2016, Wedel/Holst., Deutschland
Gudrun Piper zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen der Konkreten Kunst in Deutschland. Während ihrer Studienjahre von 1937 bis 1943 in Düsseldorf und Berlin sowie von 1946 bis 1948 an der Kunstakademie München arbeitet sie gegenständlich und konzentriert sich vor allem auf Landschaftsmotive. Mit dem Ende ihrer Akademiezeit werden ihre Motive immer abstrakter, bevor sie mit Beginn der 1950er Jahre eine konstruktiv-konkrete Bildsprache entwickelt. Diese vereinfacht sie in den folgenden Jahrzehnten zunehmend, ab Mitte der 1960er-Jahre entstehen Arbeiten in Serien. Kennzeichnend für ihr Schaffen ist die Konzentration auf das Quadrat, das sich als Grundform immer wieder in ihren vielfältigen Kompositionen findet. Damit vertritt Piper eine Position innerhalb der Konkreten Kunst, die sowohl das Bild als auch eine plastische Arbeit als ein in sich geschlossenes System versteht. 1953 heiratet Piper den Künstler Max H. Mahlmann, der ähnlich wie sie in einer konstruktiven Bildsprache arbeitet. Sie beide führen damit auch auf künstlerischer Ebene eine enge Beziehung. Zusammen mit dem Architekten Christian Fahrenholtz entwerfen sie von 1960 bis 1962 ein Künstlerhaus in Wedel bei Hamburg. Ab 1957 ist Piper Mitglied der Hamburger Gruppe, die mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zum Bekanntheitsgrad der Konkreten Kunst beiträgt. Darüber hinaus steht sie in dieser Zeit im Austausch mit der Hochschule für Gestaltung in Ulm, die zu den Vorreitern der gegenstandslosen, konkreten Kunst und des modernen Designs zählt.