Georg Scholz
Georg Scholz studiert von 1908 bis 1914 an der Kunstakademie Karlsruhe und bei Lovis Corinth in Berlin, bevor ihn der Erste Weltkrieg für vier Jahre aus dem Atelier reißt. Nach Kriegsende siedelt er nach Grötzingen bei Karlsruhe über. Mit den Malern Rudolf Schlichter und Karl Hubbuch schließt er sich zur Gruppe Rih zusammen. 1920 zeigt er auf der Ersten Internationalen Dada-Messe in Berlin das Gemälde »Wucherbauernfamilie«. Das Bild zeigt fette Leiber, kalte Gesichter und angehäufte Güter. Es führt Wohlstand als Entstellung vor. Scholz malt mit der Präzision der Alten Meister und dem Blick eines Satirikers. Seine Figuren überzeichnet er so weit, bis die gesellschaftliche Wirklichkeit zur Karikatur wird.
1925 erhält er eine Professur an der Badischen Landeskunstschule und ist in der Mannheimer Ausstellung »Neue Sachlichkeit«, die der Strömung ihren Namen gibt, vertreten. 1933 entlassen ihn die Nationalsozialisten und brandmarken seine Arbeiten als »entartet«. Scholz stirbt im November 1945 in Waldkirch, kurz nachdem ihn die französische Besatzungsmacht zum Bürgermeister ernannt hat. Es ist ein letztes, absurdes Nachspiel zu einem Künstlerleben, das die Absurditäten seiner Zeit nie aus dem Blick verloren hat.