Gebhard Fugel
Mit dem um 1884 entstandenen Gemälde »Christus heilt die Kranken« tritt Gebhard Fugel im Münchner Kunstverein zum ersten Mal und mit großem Erfolg vor das Publikum. Schon während des Studiums an der Kunstschule Stuttgart spezialisiert er sich bei Alexander von Liezen-Mayer und Claudius Schraudolph dem Jüngeren. In seiner Bildsprache orientiert er sich am realistischen, aber farbintensiven Stil der Nazarener.
1890 zieht er nach München. Dort gehört er zu den Gründern der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst. Er fertigt hauptsächlich Auftragswerke für Kirchen; dabei handelt es sich sowohl um Altargemälde als auch großformatige Wandmalereien. Er ist vor allem in Oberschwaben, im Allgäu und in München tätig. Doch auch für Kirchen in Hamburg, Köln oder Berlin führt er Werke aus.
Große Bekanntheit erlangt Fugels Rundgemälde über die Passion Christi (1902–1903). Das 1140 Quadratmeter große Werk entsteht als Panorama und füllt ein eigens errichtetes Gebäude in Altötting. Hier kommt sein mitunter theatralischer Bildaufbau der christlichen Szenen besonders zum Tragen. In Stuttgart stammen die Darstellung des Kreuzwegs und ein Gemälde der Heiligen Familie (um 1903) in der Elisabethkirche von Fugel. Das Kunstmuseum Stuttgart besitzt vier Gemälde Fugels, die Landschaften und Genreszenen zeigen.