Franz Krause
Franz Krause ist ausgebildeter Architekt, der sich in seiner Formensprache zwischen Bauhausmoderne und anthroposophischer Organik bewegt. Nach dem Studium an der Technischen Hochschule in Stuttgart entwirft er dort ein wabenförmiges Café für die Bauausstellung 1924. Zwei Jahre später wird er Bauleiter der Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Er ist für die Gestaltung des Geländes zuständig und sorgt dafür, dass die Entwürfe der Architekten auch umgesetzt werden. Es folgen eigene nicht ausgeführte Projekte für Reihen- und Kleinsthäuser sowie Möbelentwürfe. Auch in Wuppertal baut er, etwa die Villa Waldfrieden als privaten Wohnsitz für den Lackfabrikanten und Mäzen Kurt Herberts. Von 1937 an ist er für Herberts in dessen maltechnischem Versuchslabor, dem sogenannten Maltechnikum, zusammen mit Willi Baumeister und Oskar Schlemmer in Wuppertal tätig.
Seine Malerei ist wenig bekannt. Hier geht er ganz ins Abstrakte. Anschaulich zeigt sich dabei in den im Kunstmuseum Stuttgart befindlichen Lacktafeln und Aquarellen seine Experimentierfreude, aus der seine Werke hervorgehen. Für Herberts ist klar: Krauses Malereiexperimente sind ebenbürtig zu jenen der bekannteren Künstler Baumeister und Schlemmer. Da seine Kunst, anders als die Baumeisters und Schlemmers, nach 1945 kaum ausgestellt wird, gerät sie bald in Vergessenheit.