Camill Leberer

Geboren:
1953, Kenzingen, Deutschland
Lebt in:
Stuttgart
Camill Leberer studiert von 1978 bis 1984 an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste bei Rudolf Hoflehner und Jürgen Brodwolf. Deren Beschäftigung mit den bildhauerischen Grundproblemen von Material, Plastizität und Raumwirkung spiegeln sich im Frühwerk Leberers. Anfänglich arbeitet er vor allem mit industriellen Materialien und experimentiert in angrenzenden Gattungen wie der Videokunst oder Performance. Ab Mitte der 1980er-Jahre entwickelt er seine eigenständige plastische Sprache. Dabei geht es ihm um die Untersuchung plastischer Räume und Fragen ihrer Gestaltung. Wiederkehrende Elemente seiner postminimalistischen Kunst sind Konstruktionen mit Stahlrahmen, polierte Edelstahlplatten und Glasflächen. Im Vergleich zur oft spröden Minimal Art der 1970er-Jahre finden sich in seinem Werk auch malerische Anteile. Zum einen bearbeitet er die Stahlflächen so, dass die Oberflächen Schleifspuren und damit auch seine Bewegungen zeigen. Zum anderen hellt er die Objekte durch transparente Gelbflächen auf, sodass sie von innen zu leuchten scheinen. In seinen jüngeren Arbeiten verwendet er zudem gesprühte Lackfarben und baut großformatige Fotografien mit in die Werke ein. In alledem zeigt sich nicht nur die Komplexität der eigentlichen plastischen Arbeit, sondern auch die Fülle an kunsthistorischen und philosophischen Überlegungen etwa zur Räumlichkeit, die Leberers Werken zugrunde liegt. Nicht zuletzt belegen das auch die zahlreichen Zeichnungen und Notizen, die Leberer neben seiner bildhauerischen Tätigkeit anfertigt .