Bernhard Pankok
Als Künstler ist der im westfälischen Münster geborene Bernhard Pankok auf vielen Feldern tätig. Er studiert in Düsseldorf und Berlin Malerei. 1892 lässt er sich in München nieder und wendet sich – entgegen seiner klassischen akademischen Ausbildung – gezielt dem modernen Jugendstil zu. Fortan ist er vor allem gestalterisch tätig. Als Grafiker ist er beispielsweise verantwortlich für den Katalog des Deutschen Reiches für die Pariser Weltausstellung 1900. Dort zeigt er auch eine von ihm gestaltete Einrichtung. Wenig später gelingt ihm mit dem in Tübingen gebauten Haus Lange ein erster wichtiger Architekturentwurf. Das Haus des Stuttgarter Kunstsammlers Max Rosenfeld und das 1913 eingeweihte Gebäude der Kunstgewerbeschule stammen ebenfalls von ihm. Dort unterrichtet er, seit 1902 in Stuttgart tätig, auch selbst und wird mit der Eröffnung des Neubaus ihr Direktor. Von diesem Amt tritt er 1937 in den Ruhestand. Einen Beitritt zur NSDAP kann er offenbar umgehen. In den 1910er- und 1920er-Jahren prägt Pankok in seinen zahlreichen Funktionen das künstlerische Leben Stuttgarts und darüber hinaus. Dabei befürwortet er stets die Weiterentwicklung der Künste.
Obwohl er Malerei studiert hat, ist sie für ihn lange Zeit eher eine Nebenbeschäftigung. Nur in den Sommermonaten malt er, anfangs im Münsterland, später im bayrischen Baierbrunn. Dennoch entsteht ein umfangreiches Werk an Selbstbildnissen, Porträts und Landschaftsgemälden.