Artur Stoll
Artur Stolls Werk lebt von seiner engen Beziehung zu dem kleinen Ort Nursingen bei Freiburg, in dem er aufgewachsen ist. Nach einigen Semestern Kunstgeschichte an der Universität Freiburg studiert er von 1969 bis 1975 Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe. Es ist jedoch viel mehr die plastische Gestaltung, die seinen künstlerischen Absichten entgegenkommt. Dafür bringt er einfache Gegenstände des ländlichen Lebens oder Fundstücke aus der Natur wie Hölzer und Federn aus seinem Heimatort mit an die Akademie und formt daraus symbolische Objekte. Ihren Entstehungsprozess begleitet er mit einer Vielzahl von Zeichnungen, die sich zunehmend als unabhängige Werkgruppen von den plastischen Objekten verselbständigen. Schließlich bilden sie den Übergang zum malerischen Werk. Ab den 1980er-Jahren wird die Malerei zu Artur Stolls Hauptausdrucksmittel. In dicken Schichten trägt er die Farbe auf die Leinwand auf und formt mit Pinseln und Spachteln Wulste und Furchen, die den Bildern einen starken Reliefcharakter verleihen. Vorzugsweise im Großformat und in unmittelbarer Nahsicht widmet er sich auch mit den Gemälden den alltäglichen Einzelheiten seiner Nursinger Lebenswelt: Blumen, Tiere, Fensterrahmen und Dachgebälk, Leiterwägen und Hasenställen. So beschwört er die Wurzeln seiner Herkunft immer wieder aufs Neue.