Albrecht/d.

Geboren:
1944, Nordhausen, Deutschland
Gestorben:
2013, Stuttgart, Deutschland
Albrecht/d., mit bürgerlichem Namen Dietrich Volkmar Albrecht, ist ein höchst umtriebiger, unangepasster Künstler mit nicht zu bändigendem Schaffensdrang gewesen. Es gibt kaum ein Gebiet der Künste, auf dem er sich nicht tummelt: Happening, Performance, Installationen, Druckgrafik, Mail-Art, Copy-Art. Gegen den etablierten Kunstbetrieb begehrt Albrecht/d. mit den Mitteln einer Anti-Ästhetik auf. Dabei gilt ihm jegliches Material bis hin zum Abfall als kunstwert. Darüber hinaus befasst er sich mit musikalischen Ausdrucksformen. Er improvisiert Musikstücke auf selbst gebauten Instrumenten und performt solo oder gemeinsam mit anderen – so auch 1974 bei einem spontanen Konzert zusammen mit Joseph Beuys im Londoner Institute of Contemporary Arts. Geboren im thüringischen Nordhausen, kommt er 1958 nach Stuttgart. Hier absolviert er eine Lehre zum Bankkaufmann. 1966 wendet er sich der Kunst zu und macht eine Ausbildung zum Fachlehrer. Parallel zur künstlerischen Tätigkeit arbeitet er bis zu seiner Pensionierung durchgehend als Kunsterzieher. Bereits 1968 gründete er den Künstlerselbstverlag »reflection press«. Hier erscheinen neben dem Untergrundmagazin »flug/fluxBLATTzeitung« vorwiegend Künstlerbücher, Plakate, Flugblätter und sonstige Druck-Erzeugnisse von Freunden aus der Fluxus-Szene. Mit Beginn der 1970er-Jahre distanziert sich Albrecht/d. von der Fluxus-Bewegung. Stattdessen tritt nun der Buddhismus als weltanschauliche Grundlage für Denken und Handeln in den Mittepunkt. Dies schlägt sich in buddhistischen Symbole in seinen Bildern oder in kontemplativ-meditativen Musikstücken nieder. Albrecht/d.s Verhältnis zu seiner Wahlheimat Stuttgart bleibt zeitlebens zwiespältig. Mit seinen Aktionen stößt er in den 1960er-Jahren auf Unverständnis und Kritik. Später wird er zu Gruppenausstellungen im Württembergischen Kunstverein und der Staatsgalerie eingeladen. Dennoch vermisst er in Stuttgart Wertschätzung und Anerkennung, die ihm zeitgleich auf nationaler wie internationaler Ebene zuteilwird. Unbeirrt und unermüdlich bringt er sich als engagierter Netzwerker in die lokale Kunstszene ein. So ist er Mitte der 1970er-Jahre maßgeblich an der Gründung des Stuttgarter Künstlerhauses beteiligt.