Albert Mueller
Albert Mueller besucht ab 1913 die Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Im darauffolgenden Jahr wird er Meisterschüler Adolf Hölzels und kommt so mit dessen neuartiger Kompositionslehre in Kontakt. Sie hat neben einer Farbenlehre die formale Abstraktion der Bildgegenstände zum Ziel. In der Hölzelklasse entwickelt Mueller seine durch kräftige Farben und kubistische Stilelemente geprägte Bildsprache. Auch Johannes Itten, der zeitgleich bei Hölzel studiert und letzteren regelmäßig in der Lehre vertritt, prägt Muellers weitere Entwicklung maßgeblich. 1918 tritt Mueller der Berliner Novembergruppe bei und ist ein Jahr später Mitbegründer der Stuttgarter Üecht-Gruppe. Beide Künstlervereinigungen verfolgen in der jungen Weimarer Republik das Ziel, eine Erneuerung der Gesellschaft und der Kunst voranzutreiben. Die nach dem Ersten Weltkrieg in der Bevölkerung neu aufbrechenden Religiosität wird zu einem inhaltlichen Schwerpunkt in Muellers Werken. Mitte der 1920er-Jahre wandelt sich seine geometrisch-abstrakte Formsprache zu einer Darstellungsweise im neusachlichen Stil. Seine Weigerung, der NSDAP beizutreten, führt 1942 zu seiner Entlassung aus der Staatlichen Kunstgewerbeschule Stuttgart, an der er seit 1929 unterrichtet hat. In der Isolation der folgenden Jahren stagniert auch seine künstlerische Entwicklung. In der Stuttgarter Ausstellung »Hölzel und sein Kreis« tritt er 1961 zum letzten Mal in größerem Rahmen in Erscheinung.