Zu Beginn der 1970er-Jahre wendet sich Albrecht/d. dem Zen-Buddhismus zu. Dieser verkörpert für ihn den Gegenentwurf zu Kapitalismus, Kommerz, Machtstreben und Gewalt. Der Buddhismus hält auch Einzug in sein Schaffen: Teils sehr direkt, indem er Buddha-Figuren auf Drucksachen stempelt oder in Werbeplakate das Wort »ZEN« einritzt, teils aber auch andeutungshaft und assoziativ wie in dem Werkzyklus »Zen for a fish«. Dieser umfasst neben Einzelarbeiten das hier gezeigte 13-teilige Ensemble. Es entsteht 1979 während eines Aufenthalts in London. Gezeigt werden Ansichten von Sehenswürdigkeiten der Stadt wie dem Big Ben, dem Parlament oder dem Tower. Darunter hat Albrecht/d. aber auch ein Stuttgarter Postkartenmotiv mit Blick von der Schulstraße in Richtung Königstraße geschmuggelt. Die in nächtliche Dunkelheit getauchten, teils übermalten, teils überstempelten oder mit der Aufnahme einer Folterszene überklebten Touristenattraktionen formen die Kulisse für ein seltsames Schauspiel: Ein Fisch durchmisst als wiederkehrendes Motiv die Szenerie, als ob er sich in den Wellen der Themse vergnügte. Der Fisch ist ein traditionelles Symbol für Christus. Doch auch im Buddhismus dient er als Sinnbild für Glück, Wohlstand und Fruchtbarkeit.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2017-066i
- Material / Technik:
- Textil und Collage auf Papier
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Albrecht/d. / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart