Wie teilen wir uns den arabischen Kuchen?

Größe34 x 17,9 x 7 cm

Der Begriff des »Prozesses« ist in Dietrich Frickers Kunstverständnis von zentraler Bedeutung. So zielt er in seinen Werken darauf, politische und gesellschaftliche Prozesse zur Anschauung zu bringen. Darüber hinaus legt er bei der Wahl der Materialien – sei es nun Erde, Kunststoff, Metall oder Papier – Wert darauf, dass sie bereits einen Prozess durchlaufen hatten. So können sie beispielsweise »durch Verwandlung oder Zersetzung« für seine Kunst interessant geworden sein. Und schließlich soll sich auch die Botschaft der Werke in einem »dialektischen Prozess« vermitteln. Dieser entfaltet sich zwischen dem Material und den dargestellten Geschehnissen sowie zwischen Bild und Text. Auch die Wirkung von Frickers Textfragmente in seinen Assemblagen gründet sich in einem prozesshaften Prinzip. Darin werden verschiedene Sprachformen – etwa Wissenschafts-, Werbe-, Behörden-, Literatur- und Alltagssprache – gegeneinander ausgespielt. Vieles davon begegnet in dem vorliegenden Objektbild, in dem Fricker sich der Folgen der Ölkrise zu Beginn der 1970er-Jahre angenommen hat: Mit plakativen Schlagwörtern und eingängigen Symbolen kommentiert er die unselige Verquickung von wirtschaftlichen Interessen der Konzerne und den politischen Zielen der Industriemächte, die sich im Kampf um das Öl zuspitzte.

Werkdaten
Inventarnummer:
2022-074
Material / Technik:
Öl, Papier, Kunststoff, Verpackungsmaterialien und Kupferspule auf Holz
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart, Schenkung aus dem Nachlass Dietrich Fricker
Lizenzhinweis
© Friederike Fricker / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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