In diesem Werk thematisiert Susanne Hofmann, geboren 1956, wie sich ihr Berufswunsch verändert hat. Der Kindheitstraum wird zur der Realität in Bezug gesetzt: Hinter Acrylglas zeigt sie eine Fotokopie eines eigenen Schulaufsatzes, den sie 1997 auf Textil druckt. Dabei handelt es sich um eine Seite aus einem Schulheft, die auf den 7. Mai 1966 datiert ist. Mit einem rotem Faden, der als Material in vielen ihrer Werke auftaucht, streicht sie 2001 einzelne Worte nachträglich durch und greift korrigierend ein. Der Faden steht hier für Veränderung. Aus dem in der Schulzeit geäußerten Wunsch, Lehrerin zu werden, wird der erfüllte Traum, Künstlerin zu sein. In »Was ich werden möchte« stellt Hofmann die Frage, wie sehr individuelle Wünsche von gesellschaftlichen Normen beeinflusst und inwieweit sie realisiert werden.
Das Objekt ist Teil einer Werkgruppe, in der Hofmann Themen wie Kindheit, Sozialisation, Identität und klassische Rollenverteilungen untersucht. Als Konzeptkünstlerin gestaltet und inszeniert sie ihre Werke so, dass sie uns dazu anregen, gesellschaftliche Gegebenheiten zu hinterfragen.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-087
- Material / Technik: Lackiertes Holz, Textil, Fotokopie, Acrylglas und Kunststoff
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart