Gleich wartenden Figuren stehen zwei alte und hochgewachsene Bäume an der Vorderkante des Bildes. Ihre Äste strecken sie wie hilfesuchende Arme in den Himmel. Hinter ihnen öffnet sich öffnet sich eine steile bewaldete Schlucht keilförmig in die Tiefe. Sie führt in eine unergründliche Dunkelheit. Diese hellt sich erst dort auf, wo der Blick über Baumkronen hinweg auf das lichte Blau der fernen Landschaft stößt. Die Enge der Schlucht und die Dunkelheit, die von den mächtigen Bäumen an den Seiten ausgeht, erzeugen eine bedrückende Atmosphäre. Der Sog in die Tiefe des Bildes wird durch die beiden Bäume, die vorne den Blick leicht verstellen, noch verstärkt. Der Wald erscheint als mystischer, unergründlicher Raum.
Vor allem in seinen Landschaftsbildern vertieft sich Dix in der Zeit des Rückzugs an den Bodensee während der NS-Diktatur in altmeisterliche, spätmittelalterliche Maltechniken. Er schildert dramatische Naturszenen, in denen Menschen weitgehend abwesend sind. Der Künstler formuliert bildnerische Gleichnisse für die Bedrohungen des menschlichen Seins durch den Krieg und das Leben in der Diktatur. Motivisch erarbeitet er sich so auf künstlerischem Weg die Umgebung am Bodensee.
Werkdaten
- Inventarnummer: LG-689
- Material / Technik: Mischtechnik auf Hartfaserplatte
- Creditline: Leihgabe aus Privatbesitz
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart