Vorstadt im Herbst

Größe25 x 35 cm
Albert Mueller gestaltet die Szene in »Vorstadt im Herbst« als Inbegriff von Tristesse: Kahle Bäume säumen die Ränder eines am unteren linken Bildrand beginnenden Weges. S-förmig verläuft er zu einer waagerechten Kompositionslinie, die den Bildraum in zwei Hälften teilt. An der Linie geht die karge Natur des Vordergrunds in die Ordnung einer Wohnsiedlung im Hintergrund über. Die blockartigen Gebäude lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Ihre flächigen, grauen Häuserfronten besitzen keinerlei Ornament, die Anordnung der Fenster bildet die einzige Fassadengliederung. Sie wirken ebenso verlassen wie die menschenleere Landschaft, die sie umgibt. Ein tiefgrauer Himmel liegt schwer darüber. Auf formaler Ebene verstärken die skizzenhafte Linienführung und die dunklen Erdtöne die trostlose Atmosphäre des Bildes.

In den 1940er-Jahren hält sich Albert Mueller kriegsbedingt an wechselnden Orten außerhalb Stuttgarts auf. In dieser Zeit entstehen hauptsächlich Pastell- und Kreidezeichnungen, in denen sich oft Landschaftsdarstellungen finden. Im Vergleich zu seinen Arbeiten aus den 1910er- und 1920er-Jahren wirkt die Farbigkeit hier stark zurückgenommen. Und auch die geometrische Formensprache verschwindet zugunsten einer Malerei im neusachlichen Stil.
Werkdaten
Inventarnummer:
T-0060
Material / Technik:
Pastell auf Papier
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Albert Mueller / Galerie Schlichtenmaier / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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