Die Villa Malaparte trägt den Namen von ihrem ursprünglichen Besitzer, dem italienischen Schriftsteller Curzio Malaparte. Entworfen wird sie von dem Architekten Adalberto Libera. Sie wird 1943 fertiggestellt und ist ein beliebter Drehort für verschiedene Filme, wodurch sie sich zu einem Kultort entwickelt hat.
Günther Förg hat in seine Installation eine Fotografie der Architektur des Hauses einbezogen. Auf ihr steht jedoch nicht die Villa selbst im Mittelpunkt, sondern die markante Treppe, die zu ihr hinaufführt. Die Szene wird durch eine klassische Rückenfigur ergänzt, die die Stufen hinaufeilt. Ihre Bewegung lenkt den Blick der Betrachtenden und verleiht dem Bild Dynamik. Unterstützt wird dieser Eindruck noch die unterschiedlich gestalteten Bestandteile der Installation. Die klare Geometrie der Stufen wird im rechten Teil aufgegriffen. Das Eisen trägt die Terrakotta-Farbe des Hauses und bindet so die Fotografie in die Installation ein. Diese Beschäftigung mit Formen ist ein Rückgriff auf den italienischen Rationalismus, mit dem sich Förg fotografisch intensiv beschäftigt hat. Die Villa gilt als Beispiel der Eingliederung dieses Architekturstils in seine natürliche Umgebung, und genauso bezieht Förg das Haus nun in sein Werk ein.
Werkdaten
- Inventarnummer: 1998-064
- Material / Technik: Holzplatte, Eisen, Farbfoto und Acryl
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart