Der Sommer lässt unter hellblauem Himmel den Park im Westen der »Villa Berg« in saftigen Grüntönen leuchten. Getupfte Blüten in Rot, Violett und Gelb setzen farbige Akzente. Der Ausschnitt des Parks ist mit lockerem, fast impressionistischen Pinselstrich wiedergegeben. Dadurch wird der Eindruck erzeugt, das Gemälde sei im Sommer vor Ort zügig angefertigt worden. Im linken oberen Bildviertel ist die titelgebende Villa Berg zu erkennen. Auch hier sind die Details der Architektur im gleichen Malstil nur flüchtig angedeutet. Im Untergeschoss schleichen sich perspektivische Unstimmigkeiten ein.
Für das Kunstmuseum Stuttgart ist die Villa Berg ein geschichtsträchtiger Ort. Dort wird ab 1925 die Sammlung der Städtischen Galerie ausgestellt. Doch als August Hirsching die Villa und den Park 1953 malt, wird das Gebäude längst anders genutzt. Nach der Behebung der Kriegsschäden zieht der Süddeutsche Rundfunk ein. Ein Sendesaal im Inneren dient viele Jahre als Ort für Konzerte.
Hirschings umfangreiches Werk, vor allem Aquarelle mit Landschaften, ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Im Kunstmuseum Stuttgart befinden sich über 500 Arbeiten aus seinem Nachlass. Sie sind bis heute kaum erforscht.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-1760
- Material / Technik: Öl auf Leinwand
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Künstler:in und Nachfolge / Foto: Kunstmuseum Stuttgart