Was für Anton Stankowski zunächst das Quadrat, später vor allem die Diagonale ist, das ist für Duschek das Rechteck: die Elementarform, die den Ausgangspunkt aller Bildgestaltungen markiert. Nachdem er anfangs auch andere geometrische Formen wie etwa das Quadrat oder das Dreieck erprobt hat, verlegt sich Duschek Ende der 1970er-Jahre auf das vertikale Rechteck als Grundbaustein. Das hier gezeigte Gemälde entsteht kurz nach der Umbruchphase und lässt vier verschiedenfarbige Rechteckpaare von unterschiedlicher Größe in Erscheinung treten. Im Titel ruft Duschek mit der »Progression« einen auch für Stankowski zentralen Begriff auf. Im Bestreben, auf Grundlage einfacher Elemente komplexe Ordnungen im Bild herzustellen, ist die Progression für beide Künstler von maßgeblicher Bedeutung. Sie steht für eine Konstruktionsmethode, mittels festgelegter bildlicher Operationen – etwa durch Verschiebung oder Neukombination der Module oder deren Variation in Größe und Farbe – aus bestehenden Kompositionen immer wieder neue Konstellationen abzuleiten. Es ist ein fortschreitender Prozess, der theoretisch bis ins Unendliche fortgesetzt werden könnte.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2016-036b
- Material / Technik: Acryl auf Leinwand
- Creditline: Nachlass Karl Duschek
Lizenzhinweis
© Meike Gatermann / Foto: Kunstmuseum Stuttgart