Björn Brauns »Zebrafinkennest« besteht in seinem unteren Teil hauptsächlich aus Naturmaterialien wie Hölzern, Blättern, Gräsern und Federn. In seinem oberen Bereich befinden sich dagegen auch weiße und farbige Kunststoffbänder. Es gehört zu einer ganzen Serie von Nestern, die von Zebrafinken aus Materialien gebaut wurden, die Braun ihnen bereitgestellt hat. Anders als der Mensch, der zumeist wählerisch vorgeht, folgen die Zebrafinken allein ihrem Instinkt. Das, was ihnen die Umwelt zur Verfügung stellt, verwenden sie als Baustoff für ihre Brut- und Schlafstätte. Das Ergebnis ihrer Arbeit überführt Braun anschließend in den Ausstellungsraum. Aus dem, was der Instinkt der Vögel hervorbringt, wird ein Kunstwerk, das für sich steht.
Brauns künstlerisches Interesse gilt Umwandlungsprozessen von Materialien. In seinen Werken lotet er die Beziehung zwischen Mensch und Natur aus und spürt dabei auch den Geschichten nach, die sich mit jedem Material verbinden: Es hat eine Entstehungsgeschichte, wird zu etwas Neuem geformt und kann im Museumsraum wiederum neue Gedanken freisetzen.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2019-023
- Material / Technik: Organisches Material, Federn und Kunststoff
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Björn Braun / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart