Während seiner Banklehre Anfang der 1960er-Jahre kommt Albrecht/d. erstmals mit dem Fotokopiergerät in Berührung. Rasch erkennt er die Möglichkeiten, die das Medium bietet. Er wird zu einem frühen Vertreter einer neuen Kunstrichtung – der Copy-Art. Einerseits lässt sich Kunst in Form von Fotokopien in großer Auflage reproduzieren, sodass größere interessierte Kreise erreicht werden können. Andererseits eröffnet das Fotokopieren neue Gestaltungsspielräume, die auch das Erstellen von Unikaten gestattet. Indem Albrecht/d. vor dem Kopiervorgang Objekte auf die Glasplatte legt oder die Kopiervorlage während des Ablichtens bewegt, erzielt er Verfremdungseffekte. Auch das nachträgliche Übermalen oder Stempeln sind Mittel, um aus der Reproduktion ein Original zu machen. Zudem schätzt Albrecht/d. das Unvollkommene der Fotokopie, das Zufallsmoment, das sich trotz aller technischen Präzision immer Bahn brach. All dies begegnet in dem hier gezeigten »Unikatbuch«. Inhaltlich ist es eine Art Modellkatalog der fotokopiertechnischen Optionen. Nicht zuletzt aufgrund der leichten Zugänglichkeit von Fotokopierern sieht Albrecht/d. in der Copy-Art eine höchst demokratische Kunstform. So richtet er Ende der 1980er-Jahre gemeinsam mit anderen Künstlern sogenannte »Copy Memory«-Workshops aus, bei denen das Publikum in die künstlerische Nutzung der Kopiergeräte eingewiesen wird.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2017-066f
- Material / Technik:
- Farbkopien
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Albrecht/d. / Foto: Kunstmuseum Stuttgart