Die überwältigende Größe der Bronzeplastik steht im Gegensatz zu ihrer dynamisch wirkenden kreiselförmigen Gestalt. Während die dunkle Färbung des Metalls den Eindruck von Schwere und Masse unterstreicht, scheint es durch die spiralartigen Konturen fast so, als habe sich die Form aus der Drehung des Materials um die diagonale Achse entwickelt.
Der Gegensatz von Dynamik und Statik, von Bewegung und Trägheit spiegelt sich auch im Titel der Plastik. Wir kennen den »Turbo« vor allem aus der Autoindustrie und verbinden mit ihm pure Geschwindigkeit. Der Kontrast zu einer weiteren Bedeutung des Begriffs könnte dagegen kaum größer sein, denn »Turbo« bezeichnet auch eine Gattung aus der Klasse der Schnecken, die der Inbegriff von Langsamkeit sind.
Tony Cragg sammelt seit den späten 1960er-Jahren Strandgut, zerknautschte Plastikgegenstände und anderen Abfall. Er sortiert die Fundstücke und ordnet sie auf dem Boden an oder zeigt sie in verschiedenen Zusammenstellungen an der Wand. So führt er uns unser Konsumverhalten vor Augen, zugleich wirkt er aber auch dem Prozess von Verfall und Zerstörung entgegen. Er schafft neue Objekte, die unterschiedliche Vorstellungen in uns wachrufen.
In den 1990er-Jahren eignet sich Cragg für ihn neue bildhauerische Techniken wie den Guss an. Inspiriert von den Fundstücken entstehen plastische Objekte, die er ins Überdimensionale steigert.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2002-008
- Material / Technik: Schwarz patinierte Bronze
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart