Das unbetitelte Triptychon von Lambert Maria Wintersberger lässt mit seinem monumentalen Ausmaß keinen Raum zur Flucht vor dem Bild. Es zeigt eine schaurige Traumwelt. Sie entfaltet sich auf den drei Tafeln als durchgängige Komposition: Entstellte menschliche Körper sind in Auflösung begriffen. Die skelettartige Fragmente und geisterhafte Gestalten sorgen für eine albtraumhafte Atmosphäre. Wintersberger kombiniert dabei präzise umrissene Farbflächen mit expressiven Pinselstrichen. Ein intensives Rot verstärkt die brachiale Darstellung der Körperlandschaft. Besonders die linke Bildtafel leuchtet kräftig. Hier ist ein gigantisches Wesen mit roten Lippen und Augenlidern zu sehen. In seiner linken Hand hält es den Schopf eines grotesk grinsenden Kopfes. Auf der zentralen Tafel breitet eine Figur mit kreuzförmig ausgestreckten Armen ihren Leib in die Farbsphäre aus. Rechts dominiert eine düstere Gestalt mit verzerrtem, schmelzendem Gesicht – das Fleisch scheint in Fetzen von ihr abzufallen. Neben diesen Großfiguren und weiteren Körperteilen tauchen im Hintergrund jeder Tafel verhüllte Gestalten auf. Ihre Gesichter zeigen das ganze Spektrum von schemenhafter Leere über angedeutete Schädel bis hin zu dämonischen Fratzen. Das verstörende Gemälde ist eine visuelle Reflexion über Sein und Vergehen.
Werkdaten
Inventarnummer: LG-052
Material / Technik: Öl auf Leinwand
Creditline: Dauerleihgabe des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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