Toter im Schlamm

Größe35,2 x 47,5 cm
Schwarzweiss-Radierung eines liegenden toten Soldaten, das Gesicht schlammbedeckt, die linke Faust emporgereckt.

Ein toter Soldat liegt auf dem Rücken, sein linker Arm ist in einer letzten senkrechten Bewegung erstarrt. Nur sein Gesicht und der freigelegte Arm ragen aus der düsteren, schlammigen Umgebung hervor. Sein Gesichtsausdruck wirkt friedlich. Noch ist er ein Individuum trotz des alles verschlingenden Schlamms um ihn herum, der die Trostlosigkeit der Szenerie noch unterstreicht. Doch schon bald wird der Soldat im Morast des Krieges komplett versunken sein. Beklemmende Stille scheint zu herrschen, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Otto Dix wird 1914 eingezogen und meldet sich 1915 freiwillig an die Front. Bis zu seiner Entlassung 1918 führt er ein detailliertes Kriegstagebuch und fertigt zahlreiche Zeichnungen an. Daraus entsteht der Radierzyklus »Der Krieg«. Er führt uns das Grauen in beklemmender Schärfe vor Augen. Dix zeigt den Krieg mit unerbittlicher Nüchternheit. Diese sachliche Direktheit macht seine Kriegsbilder so erschütternd. Nichts im Bild bietet die Möglichkeit, dem Anblick für einen Moment auszuweichen.

Werkdaten
Inventarnummer:
R-2307cc
Material / Technik:
Radierung auf Papier
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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