Um ein Vielfaches vergrößert und per Siebdruck auf eine Aluminiumplatte übertragen, zeigt Joseph Kosuth ein Fundstück aus einem Wörterbuch. Der Text vermittelt zwischen dem Englischen und dem Deutschen. Ausgangspunkt ist das Wort »mean«, das als Verb, Adjektiv oder Substantiv jeweils eine andere Bedeutung in der Übersetzung hat.
Kosuth ist ein wichtiger Vertreter der amerikanischen Konzeptkunst. Sprachlich begründete Prozesse treten an die Stelle traditioneller, form- und inhaltsbestimmter Kunst. Sein Fokus liegt hier auf der Komplexität des Übersetzens. Dadurch erschließen sich neue Bedeutungshorizonte. Nur das Verb »meinen« wird in das Deutsche übersetzt. Zwar wird das »Sprachspiel« des Meinens und Andeutens variantenreich durchgespielt, doch bleibt der Bedeutungshorizont verengt. Denn die Übersetzung als Adjektiv und Substantiv bleiben ungenutzt. Besonders in der Präsentation mehrerer Arbeiten der Serie wird die dadurch entstehende Verengung sichtbar. Kosuth zeigt, wie die deutsche Sprache mit vielen Worten spielt, von denen jedes einzelne einen engeren Bedeutungshorizont hat. Andere Sprachen wie das Englische hingegen verwenden weniger Worte, von denen jedes einen größeren Bedeutungshorizont umfasst.
Werkdaten
- Inventarnummer: O-2902
- Material / Technik: Serigrafie auf Aluminium
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart