Auf den ersten Blick könnte »Terres Mauvaises II« von Franz Sequenc auch eine Fotografie sein. Der Eindruck entsteht vor allem durch die glatte und detaillierte Oberfläche. Beim genaueren Betrachten wird jedoch deutlich, dass es sich um ein hyperrealistisches Gemälde handelt. Es zeigt eine Berglandschaft aus rötlichem und schwarzen Gestein und Sand vor klarem Himmel. Sie ist unbewachsen, ausgetrocknet und von Furchen durchzogen. Der Werktitel benennt diese Landschaft als »Terres Mauvaises«, was sich als »schlechte Erde« oder »unfruchtbares Land« übersetzen lässt. Im Englischen spricht man auch von »Badlands«. Es handelt sich um trockene, stark erodierte Landschaften, die steile Hänge und wenig Vegetation aufweisen. Sie sind daher für Menschen nur schwer zu nutzen oder auch nur zu durchqueren. Sequenc Gemälde wird von einer surrealen Leere und Leblosigkeit bestimmt, die durch die Farbgebung des Himmels und der Berge sowie die Lichtstimmung noch weiter betont wird. So wird deutlich, dass der Mensch an diesem Ort keinen Platz (mehr) findet. »Terres Mauvaises II« kann die Betrachter:innen dazu anregen, über unterschiedliche Lebensräume und die Beziehung des Menschen zur Umwelt und seine Abhängigkeit von der Erde nachzudenken.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2213
- Material / Technik:
- Mischtechnik auf Sperrholz
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Künstler:in und Nachfolge / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart