Die Fotoarbeit zeigt auf einem aus kleinen spiralförmigen Scheiben bestehenden Bildgrund eine Anhäufung kugeliger Gebilde aus pelzigem Material, die ebenfalls Spiralstrukturen aufweisen. Rechts dahinter befindet sich ein Wesen, das über und über von roten und schwarzen Zotteln bedeckt ist. Am linken Bildrand dringen zwei Hände in die Szenerie ein und deuten sowohl auf das Bildgeschehen selbst als auch auf den Schriftzug »Too long; didn't read« – eine Wendung, die bei Textkorrekturen zum Einsatz kommt, wenn Passagen wegen ihrer Überlänge nicht gelesen werden. Über der gesamten Szenerie schwebt der Titel des Bildes »Tarnen & Täuschen« in schwarzen Großbuchstaben, wodurch die Arbeit wie ein Plakat wirkt.
Das Begriffspaar »Tarnen & Täuschen« verwendet Tim Berresheim in den Jahren 2012 und 2013 mehrfach als Bildtitel. Es stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch und bezeichnet verschiedene Formen der Unkenntlichmachung zum Schutz vor dem Gegner. In dieser Fotoarbeit, die Berresheim wie alle seinen Werke mit Hilfe computergestützter Technologien zur Bilderzeugung erstellt hat, vereint er umgeformte Bestandteile aus unterschiedlichen Lebensbereichen. In dieser künstlich erzeugten Bilderwelt ergeben sich neue Sinnzusammenhänge, die mit neuen Formen der Wahrnehmung einhergehen.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-049
- Material / Technik: Foto auf Dibond
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© SNA - Studios New Amerika / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart