Südlicher Matrose

Größe46,8 x 31,8 cm
Die Lithografie »Südlicher Matrose« zählt zu den über 40 Matrosenbildern von Otto Dix. Der Künstler befasst sich Anfang der 1920er-Jahre besonders intensiv mit diesem antibürgerlichen Männlichkeitsmodell. In der Weimarer Republik beginnen sich die traditionellen Geschlechterrollen zu verändern. Gerade die finanzielle Notlage vieler Familien zwingt immer mehr Frauen, arbeiten zu gehen. Damit gerät die klassische Vorstellung des Mannes als Ernährer ins Wanken. Hinzu kommen zahlreiche weitere Entwicklungen, die zu neuen Geschlechtermodellen führen. Dix hält diesen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel fest, indem er unterschiedliche Typen von Männern und Frauen in seinen Werken darstellt. Bei den Männern verkörpern zwei Figuren einen besonders starken Gegensatz: der Krüppel und der Matrose. Dabei steht der verletzte Männerkörper für die erlebten Gräuel des Ersten Weltkriegs und die damit verbundene Krise der Männlichkeit. Der Matrose hingegen symbolisiert den starken, freien und völlig unabhängigen Mann. Dies gilt auch mit Blick auf dessen sexuelle Potenz und Freizügigkeit. Wie beim »Südlichen Matrosen« folgen Dix' Seemänner einer gesellschaftlichen Klischeevorstellung. Er zeigt sie stets mit durchdringendem, nicht selten begierigem Blick und strotzend vor vermeintlicher Männlichkeit.
Werkdaten
Inventarnummer: 2000-045
Material / Technik: Lithografie auf Papier
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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Die Lithografie zeigt einen Mann im Halbprofil. Mit grimmigem Blick schaut er nach links. Er trägt eine weiße Mütze, unter der schwarzes Haar hervorkommt. Über dem Mund und am Kinn wächst ein spitzer Bart. Im Mund hat er eine dünne Pfeife, die leicht raucht. Die aufgeknöpfte Matrosenuniform gibt den Blick auf eine Brusttätowierung frei.

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