Erdmut Bramkes Werk lässt sich in eine Abfolge von klar umrissenen Gruppen unterteilen. Die Zäsuren, die die Übergänge zwischen ihnen markieren, werden meist durch Auslandsaufenthalte ausgelöst, die Bramke zu neuen Darstellungsformen ihrer ungegenständlichen Kompositionen inspirieren. Dies gilt auch für ihren zweiten Parisaufenthalt, für den sie 1986 ein Stipendium des Landes Baden-Württemberg erhält. Die flirrende Bildsprache, die seit 1984 ihre Arbeiten prägt, gewinnt während eines Aufenthalts an der Cité Internationale des Arts an zusätzlicher Dynamik. In der Arbeit »Stuttgart-Paris-Stuttgart« zeigt sich diese Entwicklung anhand eines immer wieder neu ansetzenden, sichelförmigen Farbauftrags, der vom unteren und oberen Bildrand zu einer horizontal verlaufenden Achse in der Bildmitte ausgreift. Die sich überlagernden und einander durchdringenden Schichten aus gelber, orangener und blauer Farbe scheinen dabei Teil einer sich unendlich fortsetzenden Bewegung zu sein. Sie erinnert aufgrund der Transparenz des Kolorits an vibrierende Lichtreflexe. Mithilfe dieses kompositionellen Gesamtklangs aus Farbe, Lichtwirkung und Bewegung gelingt es Bramke, die von ihr erlebte Atmosphäre von Paris zu einer immersiven Bildsprache zu verdichten.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2853
- Material / Technik:
- Acryl auf Leinwand
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart