Reinhard Voigt arbeitet seit Beginn seines Schaffens mit Rasterstrukturen. Was dabei aus heutiger Sicht zuerst an digitale Bildstrukturen denken lässt, hat seinen Ursprung jedoch in einem eher traditionellen Zusammenhang. Denn Voigt lässt sich anfänglich von Stickmustern seiner Mutter inspirieren. Vorlagen des Kreuzstiches mit ihren ausgefüllten Kästchen überführt Voigt in Malerei, wo sie die Grundlage seiner Kompositionen bilden. Im Unterschied zu Tendenzen der klassischen Moderne, in der das Raster häufig als Mittel der Abstraktion eingesetzt wurde, nutzt Voigt es, um Gegenständliches sichtbar zu machen. Bei der hier gezeigten Farbstiftzeichnung handelt es sich um eine Studie für ein Gemälde, in der Voigt die Struktur und die Farbverteilung erprobt. Ähnlich wie in der Stickerei entsteht das Bild eines Vogels aus einzelnen Einheiten, die sich erst im Sehen zum größeren Ganzen fügen.
Auf übergeordneter Ebene lässt sich anhand der Studie über die Bedeutung der Tradition für die Gegenwart nachdenken. Der Rückgriff auf eine textile Technik verweist auf ein lange als »weiblich« konnotiertes Feld, das in der Kunstgeschichte lange Zeit marginalisiert ist. In Voigts Malerei markiert sie die handwerkliche Herkunft und Grundlage seiner Bildproduktion.
Auf übergeordneter Ebene lässt sich anhand der Studie über die Bedeutung der Tradition für die Gegenwart nachdenken. Der Rückgriff auf eine textile Technik verweist auf ein lange als »weiblich« konnotiertes Feld, das in der Kunstgeschichte lange Zeit marginalisiert ist. In Voigts Malerei markiert sie die handwerkliche Herkunft und Grundlage seiner Bildproduktion.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- 2014-005
- Material / Technik:
- Blei- und Farbstift auf Transparentpapier
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Reinhard Voigt / Foto: Kunstmuseum Stuttgart