Sprengung 13

Größe170 x 175 cm
In diesem Bild seiner Werkgruppe »Sprengung« thematisiert Lambert Maria Wintersberger Verletzlichkeit, Abtrennung und Schutzmechanismen. Die Form der isolierten Fingerkuppe, die an einen Helm erinnert, lässt auf den ersten Blick an Schutz und Sicherheit denken. Dem stehen jedoch die Aushöhlung und Zerlegung in einzelne Bestandteile entgegen: Der Schutz wird zur Isolierung und führt zur Entfremdung, die Funktionalität scheint nicht mehr vollständig gewährleistet. Dieses Schwanken zwischen Schutz und Verletzung ist ein zentrales Thema im Frühwerk von Lambert Maria Wintersberger, der sich in den 1960er-Jahren mit den Traumata der Nachkriegszeit in Deutschland befasst. Seine künstlerische Herangehensweise zeichnet sich durch die Umgestaltung vertrauter Formen in bedrohliche, abstrakte oder monströse Elemente aus. Ohne Blut oder Brutalität konzentriert er sich darauf, die Einheit der Bildgegenstände aufzulösen und bekannte Zusammenhänge zu brechen. Dadurch entstehen verfremdete Darstellungen, die Raum für unterschiedliche Deutungen lassen.
Werkdaten
Inventarnummer:
O-2793
Material / Technik:
Acryl auf Leinwand
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
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