Die Plastik »Spannungsfeld« von Gert Riel entsteht als Teil der Werkgruppe »Spannungsfelder«. Die Arbeit besteht aus einer rechteckigen gebogenen Stahlplatte mit einer schmalen Öffnung, die sich diagonal über die Platte erstreckt. Das Material wurde ohne weitere Bearbeitung so verwendet, wie es aus dem Walzwerk kam. Auf der Oberfläche sind daher Spuren der Herstellung in Form von Oxidationen zu erkennen. Der Stahl wurde durch Gurte gebogen, die um die Platte gespannt waren. Das Blech ist mit einem blauen Seil gesichert, das an beiden Schmalseiten befestigt ist. Es soll den Spannungszustand aufrechterhalten und sichtbar machen. Die Spannung entsteht somit aus dem Zusammenspiel von der Platte und dem Seil, wobei Letzteres nur den Anschein erzeugt und nicht tatsächlich zum Biegungsprozess beigetragen hat. Die Plastik steht direkt auf dem Boden. Sie berührt ihn durch die gewölbte Form nur an zwei Punkten. Die Öffnung erlaubt einen Durchblick und sorgt so für eine Verbindung zwischen dem Werk und seiner Umgebung.
Bei seinen Plastiken arbeitet Riel insbesondere mit Stahl und Eisen, aber auch Aluminium. Die Veränderung und Spannung von industriell gefertigtem Ausgangsmaterial ist ein dabei wiederkehrendes Thema. Unter hohem Kraftaufwand entstehen so aus Stahlplatten gebogene Objekte, deren Form im Kontrast zur eigentlichen Härte des Materials steht.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-091
- Material / Technik: Stahl und Kunststoff
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Gert Riel / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart