André Wischnewskis »Soundpieces« beschäftigen sich mit der Verbindung von Raum und Geräusch. Damit bilden sie eine Brücke zwischen Bildhauerei und Lautmalerei. Die Idee für seine Arbeiten bezieht Wischnewski aus Seiten von Comicheften. Dabei setzt er jedoch nicht die Geschichte in Szene, sondern die den Text begleitenden Geräusche. Indem er sich auf die Seiten und den Rahmen, also das die Erzählung umfassende Beiwerk konzentriert und die Bilder mit einem Messer herausschneidet, nimmt die Comicseite eine neue abstrakte Form an. Die farbigen Wörter treten nun plastisch hervor und werden zu eigenständigen Bildobjekten. Wischnewski gelingt es auf diese Weise, wie im Comic zwei zeitliche Ebenen miteinander zu verknüpfen: Sprache und Geräusche verhallen binnen kürzester Zeit und folgen mit Satzzeichen und Pausen einer bestimmten Gesetzmäßigkeit, während ein Kunstwerk zumeist von Dauer ist und sich ein Bild zudem durch seine materielle Dichte auszeichnet. Die Leerstellen können von den Betrachter:innen selbst mit Gedanken gefüllt werden. Die Wahrnehmung und die Deutung des Werks werden damit selbst zum kreativen Prozess.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2020-014
- Material / Technik: Papier und Stahl
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© André Wischnewski / Foto: Kunstmuseum Stuttgart