Social Fabric, Spring Seeds

GrößeObjektmaß: 235 x 155 x 6 cm
AusgestelltSammlung 0 Raum 6

Der Begriff »Social Fabric« beschreibt soziale Gefüge, konstruktive und nachhaltige soziale Strukturen, die durch aktive Teilhabe und Teilnahme der zugehörigen Individuen entstehen. Unter dem gleichnamigen Titel fasst Nevin Aladağ eine Serie hybrider Teppichcollagen. Die Herstellungsverfahren und Produktionsorte der verwendeten Materialien umspannt das ganze Spektrum der Teppichproduktion: von traditionellen Knüpfungen aus Indien, dem Iran und der Türkei über kommerzialisierte orientalische Teppiche bis hin zu industrieller Massenware des globalisierten Marktes. Aladağ arrangiert die Fragmente unter materialästhetischen Gesichtspunkten zu ornamentalen Strukturen, die als Synonym für unterschiedliche kulturelle Praktiken und Prägungen verstanden werden können.

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Social Fabric, Spring Seeds

Mit dem englischen Titel „social fabric“ eröffnet Nevin Aladag gleich mehrere Blickweisen auf ihr Werk. Die sinngemäße Übersetzung lautet „soziales Gefüge“ oder „Gesellschaftsstruktur“. Das englische Wort „fabric“ kann jedoch auch mit „Stoff“ oder „Gewebe“ übersetzt werden und liefert einen Hinweis auf das Material. Diese Doppeldeutigkeit greift damit zwei zentrale Ebenen des Werkes auf: das Material und seine Bedeutung. Die Arbeit ist eine textile Collage, ein Teppich, zusammengesetzt aus Stücken vieler verschiedener Teppiche. Die einzelnen Stücke sind dabei jeweils aus einem anderen Stoff, in einem anderen Land und in unterschiedlicher Weise hergestellt worden. Einige sind in traditioneller Handarbeit gewebt oder geknüpft. Andere wurden industriell oder maschinell hergestellt. Manche Stücke waren Einzelstücke, andere Massenware. Sie stammen unter anderem aus der Türkei, Iran, Indien, China oder aus Deutschland. Auch die Materialien sind sehr vielfältig: Sie sind mal gröber, mal feiner, aus Kunstfaser oder Naturleinen, Schurwolle, Seide oder Baumwollstoff. Diese einzelnen Stücke formen als kaleidoskopartige Ornamente etwas Neues. Etwas, das erst durch die Verbindung seiner einzelnen Teile entstehen kann. Nevin Aladag stellt mit diesem Werk Fragen nach Herkunft und Identität. Sie greift damit auf eigene Erfahrungen zurück. Als Kind einer türkischen Familie wuchs sie seit ihrem ersten Lebensjahr in Stuttgart auf. In ihren Kunstwerken thematisiert sie häufig das Zusammenleben und Zusammenwirken in und von multikulturellen Gesellschaften.
Werkdaten
Inventarnummer: 2019-018
Material / Technik: Teppichstücke auf Holz
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Provenienz

null; 22.8.2019 Wentrup Gallery, Jan und Tina Wentrup, Berlin

Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2023 / Foto: Wentrup Gallery, Berlin
Permalink