Auf einen Keilrahmen ist anstelle von Leinwand Leder gespannt. Das Material entfaltet sich in rötlich braunen Farbtönen und ist Bildgrund und Bildfläche zugleich. Je nach Spannungsgrad und Dicke wirkt die Oberfläche anders: An einigen Stellen ist sie dünn, fast durchscheinend, an anderen hart, steif und rissig. Im unteren Teil des Bildes ragt eine Wulst hervor und verstärkt die körperhafte Erscheinung des Werks. Die Nähte wirken wie verwachsenes Narbengewebe. Im Ausdruck ist die Arbeit gleichermaßen roh und warm.
Ab 1960 fertigt Horst Egon Kalinowski in der Serie »Caissons« (dt: »Senkkästen«) geometrische Lederskulpturen. Zunächst positioniert er sie auf dem Boden, später auch an der Wand. Kalinowskis Werk wurde oft als losgelöst von jeglicher stilistischen Bewegung gedeutet. Tatsächlich jedoch steht seine Arbeit in der Tradition der Tafelbildmalerei. Statt sich von ihr zu lösen, führt er sie fort, indem er Fragen zu einem erweiterten Bildgrund aufwirft.
Das Werk gehört seit 1977 zum Bestand der Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart.
Werkdaten
- Inventarnummer: V-0422
- Material / Technik: Leder auf Holz
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart