Das Hochformat der transparenten Glasscheibe ist in drei horizontale Register gegliedert. In jedem findet sich dieselbe Sammlung komplexer Logikrätsel. Joseph Kosuth hat sie ursprünglich in englischer Sprache verfasst und zunächst in das Französische übertragen. Anschließend hat er den Text vom Französischen ins Deutsche übersetzt.
Kosuth ist ein wichtiger Vertreter der amerikanischen Konzeptkunst. Sprachlich begründete Prozesse treten an die Stelle traditioneller, form- und inhaltsbestimmter Kunst. Neben den Verschiebungen der Bedeutung, die mit jeder Übersetzung entstehen können, gilt hier das besondere Augenmerk dem Logikrätsel. Es ist stilistisch an die wenig bekannten logischen Abhandlungen von Lewis Carroll angelehnt. Diese behandeln meist philosophische Probleme, die Carroll durch fantasievolle Sprachspiele erhellte. Später wurde er als Autor von »Alice im Wunderland« (1865) weltberühmt.
Jedes der drei von Kosuth verfassten Rätsel basiert auf komplexen Bedingungen. Die Rätsel zu lösen erfordert deren genaue Analyse und schrittweise Kontextualisierung. Entscheidend ist der Weg zur Lösung. Er soll das Bewusstsein für die Vielschichtigkeit und den logischen Charakter von »Sprachspielen« im Sinne der Überlegungen des Sprachphilosophen Ludwig Wittgenstein schärfen.
Werkdaten
- Inventarnummer:
- O-2950
- Material / Technik:
- Siebdruck auf Glas
- Creditline:
- Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart