»Signale« nennt Hanne Brenken die Komposition aus fünf Rauten in Rot- und Orangetönen. In streng symmetrischer Ordnung stehen sie vor dem rot umrandeten Bildgrund. In ihrem Zentrum ist jeweils ein Kreis platziert, der links und rechts über die Raute leicht hinausragt und dadurch wie eine Scheibe wirkt. Von der größten Raute in der Mitte des Bildes ausgehend verkleinern sich die restlichen Rauten schrittweise zum Bildrand hin. Dadurch entsteht eine räumliche Wirkung. Sie wird verstärkt, indem die Rauten jeweils aus einer hell- und einer dunkeltonigen Hälfte bestehen, wodurch sie an Plastizität gewinnen.
Weil sich die Spitzen der größten und die seitlichen Enden der kleinsten Rauten vor der roten Umrahmung befinden, entsteht der Eindruck, dass sich die Rauten nicht auf dem Bildgrund befinden, sondern den Betrachter:innen entgegenkommen. Damit nimmt Brenken Bezug auf das Verhältnis von Bild und Rahmen. Stark diskutiert wird dabei, inwieweit der Rahmen ins Bild mit einbezogen wird oder aufgelöst werden kann. Dahinter steckt der Wunsch, die räumlichen Dimensionen eines Bildes neu festzulegen. Hierzu findet 1974 unter dem Titel »In den Rahmen hinein über das Bild hinaus gemalt« eine Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen statt.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2020-003
- Material / Technik: Acryl auf Leinwand
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Nachlass Hanne Brenken, Karin Schneider-Henn und Berndt Brenken / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart