Ein horizontaler Mauerstreifen trennt zwei Bildbereiche voneinander. Der Vordergrund ist hell und belebt, der Hintergrund dagegen düster und bedrückend. Die Mauer erinnert an die Berliner Mauer. Sie teilte die deutsche Hauptstadt von 1961 bis 1989. Die Häuser dahinter wecken Assoziationen mit westlichen Großstädten, allen voran den Straßenschluchten New Yorks. Die Gebäude sind als Collage zusammengefügt. Unklar ist, wo wir uns dem Titel nach »diesseits des Paradieses« wirklich befinden. Manche Gestalten vor der Mauer sind in Schatten gehüllt. Rechts unten ist anhand des geflügelten Hutes der Bobosch zu erkennen. Diese Figur taucht immer wieder in Meckels Grafik auf. Im Mittelteil musizieren ausgelassene Bläser und Trommler. So trennt die Mauer weniger Ost von West als Innen von Außen. Diesseits im Innern ist es belebt und fröhlich, sind Musik, Kunst und das Zusammensein unter Menschen zu finden. Jenseits im Außen liegt dagegen eine kalte urbane Welt.
Die Triptychen begleiten Meckels große Grafikzyklen. Mit ihnen fokussiert er auf einzelne Themen und Miniaturwelten. Bei den Triptychen, die auf einem Blatt gedruckt werden, trennt er formal zwischen breitem Mittelteil und schmalen Seiten. Stärker als in den Zyklen bezieht er Stellung zur Gegenwart als »politischer Zeit«.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-133
- Material / Technik: Radierung auf Büttenpapier
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2025 / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart