Für die zwölfteilige Wandinstallation »Sediment« verwendet Hanna Zenger Erd- und Gesteinsproben, die sie an unterschiedlichen Orten sammelt. In einem mehrstufigen Verfahren bringt sie feine Erdpartikel auf Glasscheiben auf. Dort nehmen sie durch das Zusammenspiel von Wasser, Trocknung und Sedimentation ihre endgültige Gestalt an. Die entstehenden Schichtungen fügen sich zu organischen Oberflächen zusammen, die an Landschaften und deren formende Kräfte erinnern. Jedes Werk zeigt sich in unterschiedlichen Strukturen und Farben, die die jeweiligen Beschaffenheiten des ursprünglichen Materials sichtbar machen.
Zenger kombiniert eine präzise Arbeitsweise mit einer freien Gestaltung. Dieser Ansatz schafft einen Dialog zwischen Kontrolle und Zufall und ermöglicht eine Balance zwischen dem Natürlichen und dem Künstlerischen. Ihre Arbeiten greifen die biologischen Prozesse der Natur auf und lassen sich als Beitrag zu den Debatten über Umwelt- und Naturschutz deuten.
Zenger schließt ihrem Architekturstudium an der Universität Stuttgart ein Studium der Bildenden Kunst an der Stuttgarter Akademie an und arbeitet heute als freie Künstlerin. Ihre Werke werden vielfach ausgezeichnet und sind in regionalen Sammlungen vertreten. Die hier gezeigten »Sediment«-Kästen werden im Zuge ihrer Präsentation in der Ausstellungsreihe »Frischzelle« für das Kunstmuseum erworben.
Werkdaten
- Inventarnummer: 2022-327
- Material / Technik: Glas, Stahl und Erde
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Hannah Zenger / Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart