Screen

Größe225 x 265,5 x 18,5 cm
Mit seinen abgerundeten Ecken und seiner grünen Farbe erinnert das Objekt an einen vergrößerten Bildschirm. Wie beiläufig lehnt der große »Screen« von Gereon Krebber an der Wand, fast so als würde es gleich abtransportiert. Im Kern besteht das Werk aus handelsüblichen Span- und Styroporplatten, die mit vielen Schichten ebenso handelsüblicher Frischhaltefolie umwickelt sind. Die Oberfläche wirkt dadurch milchig und diffus aber auch leicht spiegelnd. In ihr verliert sich der eigene Blick – sie wirfst ihn gleichsam zurück. Durch die Verwendung der Frischhaltefolie erhält die schwere und massige Plastik beinahe eine gewisse Leichtigkeit. Bildschirme sind Projektionsflächen auf die wir schauen. Im Alltag finden wir hier Texte und Bilder. Der Bildschirm ist unser Fenster zum Virtuellen. Das Kunstwerk »Screen« ist größer als unser übliches Wahrnehmungsfeld und bleibt doch leer. Die Informationen, die wie auf einem Bildschirm erwarten fehlen. So wird mit unserer Erwartungshaltung und Wahrnehmung gespielt. Doch was erwarten wir auf einem Screen zu sehen? Dies ist abhängig von unserem Nutzungsverhalten und kann von Nachrichten über Datenerfassungen im Arbeitskontext bis hin zu Unterhaltungsvideos reichen. Damit stellt sich die Frage in welchen Lebensbereichen wir persönlich Screens begegnen und welche Erwartungshaltung wir dadurch gegenüber dem Kunstwerk »Screen« entwickeln. Als Betrachtende spiegeln wir uns in der glatten Oberfläche der Folie und werden so gleichsam auf uns zurückgeworfen.
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Mit seinen abgerundeten Ecken und der grünlichen Farbe erinnert das Objekt an einen vergrößerten Bildschirm. Wie beiläufig lehnt der große „Screen“ von Gereon Krebber an einer Wand, die eigentlich nur einen Durchgang markiert. So, als würde es gleich abtransportiert. Im Kern besteht das Werk aus handelsüblichen Span- und Styroporplatten, die mit vielen Schichten ebenso handelsüblicher Frischhaltefolie umwickelt sind. Die Oberfläche wirkt dadurch milchig und diffus, aber auch leicht spiegelnd. In ihr verliert sich der eigene Blick und wirft ihn gleichsam zurück. Durch die Verwendung der Frischhaltefolie erhält die schwere und massige Skulptur beinahe eine gewisse Leichtigkeit. Bildschirme sind Projektionsflächen, auf die wir schauen. Im Alltag finden wir hier Texte und Bilder – der Bildschirm ist unser Fenster zum Virtuellen. Das Kunstwerk „Screen“ ist in der Fläche größer als unser Wahrnehmungsfeld und bleibt doch leer. Die Informationen, die wir auf einem Screen erwarten, fehlen. So spielt ein vermeintlicher Bildschirm mit unserer Wahrnehmung und mit unserer Erwartungshaltung. Doch was erwarten wir von allgegenwärtigen Bildschirmen? Das hängt sicherlich von unserem Nutzungsverhalten ab. Nutzen wir Bildschirme und Screens, um uns zu informieren? Oder um uns unterhalten zu lassen? Bedeutet ein Screen vielleicht Arbeit, da viele Menschen viel Zeit im Büro, am Computer und damit vor dem Bildschirm verbringen? Dies wirft die Frage nach unserer Beziehung zu Bildschirmen auf. Wenn wir Erwartungshaltungen an Bildschirme formulieren, projizieren wir unsere Haltung und unser Verhalten auch auf den Schirm, in dem wir uns gleichzeitig diffus spiegeln. Was dieser Bildschirm, dieser Screen also für Erwartungshaltungen projiziert, wirft Fragen über unser Konsumverhalten auf.
Werkdaten
Inventarnummer: 2009-244
Material / Technik: Frischhaltefolie, Spanplatte und Styropor
Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© Gereon Krebber / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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