Schwarz-Rot-Gold

Größe260 x 650 cm
Jede Tafel des dreiteiligen Werks zeigt scheinbar dasselbe Motiv: Auf einer Lafette, einem fahrbaren Gestell, auf dem früher Waffen montiert wurden, sitzt ein schwarzer Panzer von einem Stahlhelm bekrönt, dahinter befindet sich ein Spaten. Die rote Farbe an den Schultern lässt an den Schulterbesatz einer Uniform denken und unterstreicht so die physische Präsenz der Figur. Dennoch wirkt sie wie ein Stellvertreter für einen abwesenden Menschen. Der Krieg offenbart sich bei Markus Lüpertz in Form seiner Folgen. Was bleibt sind seine Erkennungszeichen, die keine Trophäen sind, sondern vielmehr Verwüstung und Zerstörung zeigen. Auch die karge Landschaft spiegelt dies wider. Der Titel verweist auf Lüpertz' Beschäftigung mit deutscher Geschichte. 1941 im Krieg geboren, gehört er zu der Künstlergeneration, die sich in jungen Jahren kritisch mit den Folgen und der Aufarbeitung des erlebten Krieges befasst. Schwarz-Rot-Gold sind nicht nur die Farben, die im 19. Jahrhundert von Studenten als Symbol für Freiheitsrechte und politische Mitbestimmung standen, sondern es sind auch die Nationalfarben beider deutscher Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Spielt Lüpertz hierauf an? Die Wiederholung des Motivs unterstreicht die Aussage und fordert zur intensiven Betrachtung auf. Man vergleicht die Tafeln, sucht die Unterschiede und vertieft sich dadurch in die Thematik, zurück bleibt dabei immer ein Gefühl von Zerstörung und Verlust. Oder ist es die Wiederholung des scheinbar immer Gleichen im Werk wie in der Geschichte, die uns bewegt und erschreckt?
Werkdaten
Inventarnummer:
O-2970
Material / Technik:
Leimfarbe auf Leinwand
Creditline:
Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: Kunstmuseum Stuttgart
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