Thomas Lenk stellt die Plastik »Schichtung 107« bei der Bundesgartenschau 1977 als Teil der Ausstellung »Konzept und Raum« im Mittleren Schlossgarten Stuttgart auf. Mit dem sogenannten »Stuttgarter Tor« markiert er die städtebauliche Schnittstelle zwischen Stadt und Parklandschaft. Im Zuge der Bauarbeiten für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof wird die Plastik 2013 nach Stuttgart-Möhrigen verlagert.
Die monumentale Plastik erinnert an klassische Torbauten, mit denen sowohl sakrale als auch profane Gebäude architektonisch betont werden. Vom Fuß des rechten Rahmens schiebt sich ein geschichteter Körper aus 44 quadratischen Platten in die Öffnung des Tores hinein. Die vorderste Scheibe ist mit einer polierten, silberglänzenden Platte verblendet. Diese bildet einen Kontrast zum restlichen mattschwarzen Lack der Plastik. In der für Lenks Werk typischen Stapelung liegt eine Schlüsselfunktion. Sie hat zum einen eine statische Aufgabe, da sie hilft, den Torbogen zu stützen. Zum anderen lenkt sie den Blick der Betrachter:innen. Je nach Standpunkt lässt sie den Durchgang verschlossen oder offen erscheinen. Die Plastik wirkt auf irritierende Weise belebt und scheint ihre Ausdehnung im Raum selbst zu bestimmen. Die Plastik thematisiert das Verhältnis von Fläche und Raum, von Dynamik und Statik. In Bezug auf den ursprünglichen Ausstellungsort werden auch gegensätzliche Begriffspaare wie Eingang und Ausgang oder Übergang und Grenze aufgegriffen.
Werkdaten
- Inventarnummer: P-0187
- Material / Technik: Stahl (Nirosta), schwarz lackiert
- Creditline: Kunstmuseum Stuttgart
Lizenzhinweis
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